Vorarbeiten

Die Bauhaus-Universität (bzw. ihre Vorgängerinstitution, die Hochschule für Architektur und Bauwesen) kann auf eine langjährige Kooperation mit usbekischen Hochschulen und insbesondere mit dem TASI zurückblicken. Sie reichen zurück in die DDR-Zeit und gründen auf Kooperationen im Bereich der Materialwissenschaften (Baustoffforschung). Noch heute bestehen zwischen dem F.A. Finger-Institut für Baustoffkunde der Bauhaus-Universität und dem TASI intensive Beziehungen, die sich in der jährlichen aktiven Teilnahme der usbekischen Unileitung an der Internationalen Baustofftagung ibausil sowie in Doktorandenbetreuung äußern. Als zweiter Bereich, der inzwischen eine lange Tradition der Zusammenarbeit aufweist, ist die Erdbebenforschung, an der Bauhaus-Uni institutionell verankert im Earthquake Damage Analysis Center EDAC. Vgl. dazu die Publikation der gemeinsamen Tagung: Historic Monuments in Seismic Regions. Uzbek-German Workshop, März 1995. Wissenschaftliche Zeitschrift der Bauhaus-Universität Weimar, Jg. 42, 1996, Heft 1.

Nach dem Stellenantritt von Prof. Hans-Rudolf Meier in Weimar (2008) intensivierte die usbekische Seite den Wunsch, die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen auch im Bereich Denkmalpflege zu verstärken. Die Teilnahme des Lehrstuhlinhabers an der Studienreise der TU Dresden (s. dort) 2009 diente der Konkretisierung dieses Anliegens.

 

Go East

Parallel zum Aufbau des Usbekisch-Deutschen Masterstudiengangs begann die Professur Denkmalpflege und Baugeschichte sich am DAAD-Programm "Go East" zu beteiligen. Das Interesse der Studierenden der Bauhaus-Universität an einem Usbekistan-Auslandssemester war sehr groß, so dass für die erste Runde streng selektioniert werden musste: Vier Studierende haben im Sommer 2012 ein Semester in Usbekistan studiert, hinzu kommt eine weitere Masterstudentin, die ein Praktikum im UNESCO-Büro Taschkent absolvierte. Zwei sehr gute Qualifizierungsarbeiten (je eine Bachelor- und Masterthesis) zu usbekischen Themen sind bisher daraus entstanden.

Inzwischen bereitet sich bereits eine dritte Gruppe auf ein Auslandssemester in Taschkent vor.

 

Ost-Moderne

Neben der „klassischen“ Baudenkmalpflege und der städtebaulichen Denkmalpflege, die an der Professur für Denkmalpflege und Baugeschichte in vielfältiger Weise und mit internationalem Anspruch beforscht und gelehrt werden, hat sich die denkmalpflegerische und architekturgeschichtliche Beschäftigung mit den Bauten der Moderne in den ehemals sozialistischen Staaten zu einem Schwerpunkt der Professur entwickelt. Das zeigt sich beispielsweise im Lehrprojekt „Bauhaus im Ural“, in dem in Kooperation mit der Uraler Akademie für Architektur und Kunst Studentenworkshops zur Erforschung der Klassischen Moderne in Jekaterinburg (2008, finanziert durch Rosa Luxemburg-Stiftung) und Magnitogorsk (2011, finanziert durch die STO-Stiftung) durchgeführt wurden (Bauhaus нa Уpaлe. Zum Erhalt des Erbes, hg. von Ludmila Tokmeninowa und Astrid Volpert, Jekaterinburg 2010), in zahlreichen Qualifizierungsarbeiten zur DDR-Architektur (vgl. die Schriftenreihe „Forschungen zum baukulturellen Erbe der DDR) oder in den Tagungen zur Denkmalpflege der sog. Ost-Moderne (Mark Escherich (Hg.): Denkmal Ost-Moderne. Aneignung und Erhaltung des baulichen Erbes der Nachkriegsmoderne. Schriftenreihe Stadtentwicklung und Denkmalpflege Bd. 16, Berlin 2012; die nächste Tagung findet im Januar 2014 an der Bauhaus-Universität statt als Gemeinschaftsprojekt mit der Wüstenrot-Stiftung). Die spezifischen Probleme, die das bauliche Erbe der Moderne im allgemeinen und der sozialistischen Moderne im speziellen stellen und die Kompetenzen, damit sachgerecht umzugehen, fließen in die Lehre des Masterstudiengangs ein.